Manch einer dürfte in diesem Moment ernsthaft mit dem Gedanken spielen, einen Störsender zu kaufen, mit dem sich der Handy-Gesprächsbrei im Umfeld per Knopfdruck unterbrechen lässt. Solche Geräte gibt es. Sogenannte Cellular Disabler, Jammer oder störsender kaufen finden sich vor allem in den Online-Shops von Spezialanbietern nicht gerade alltagsorientierter Technologien wie Miniaturkameras, Richtmikrofonen oder Wanzen.

Allerdings ist der Einsatz der Störgeräte in Deutschland nicht erlaubt – die für die Regulierung des deutschen Telefonmarktes zuständige Bundesnetzagentur verweigert die Zulassung. „Ein Handy-Blocker ist ein Störsender“, stellt die Behörde fest: „Ein solches Gerät kann nach deutschem Telekommunikationsrecht weder eine Frequenzzuteilung noch eine Gerätezulassung erhalten.“

Tatsächlich könnten die Störgeräte negative Folgen haben. Abgesehen von der nötigen Sendekraft und der damit verbundenen Strahlung sind die Handy-Blocker darauf angelegt, das Mobilfunknetz im Umfeld komplett zu stören. Würde also ein Kino, Theater oder eine Kirche die erwünschte Ruhe mit technologischer Hilfe erzwingen, wäre zum Beispiel auch ein Bereitschaftsarzt im Raum nicht mehr per Handy erreichbar

Als denkbares Werkzeug zum Schutz der Verbraucher-Intimsphäre auch ohne den kompletten Verzicht auf RFID-Einsatz hat RSA einen Blocker-Chip entwickelt, der die Kommunikation zwischen den smarten Etiketten und den zugehörigen Lesegeräten stört. Handy signal störsender, dessen Demo-Exemplare RSA auf der Messe als Bestandteil spezieller Einkaufstaschen verteilt, arbeitet wie die normalen RFID-Tags passiv. Das heißt: Er bezieht seine Energie aus den Sendeimpulsen des Lesegeräts und nutzt sie, um ein mehr oder weniger hilfreiches Signal dorthin zurückzusenden.

Der Trick der RSA-Techniker beruht darauf, dass Lesegeräte nicht die Seriennummern aller erreichbaren Chips gleichzeitig lesen können. Deshalb nutzen Chips und Sensoren ein so genanntes Singulation Protocol, mit dem das Lesegerät der Reihe nach einzelne Chips adressiert, diesen eine Sendeerlaubnis erteilt und anschließend deren Daten ausliest -- auslesen würde, wenn nicht der Blocker-Chip gegenüber dem Lesegerät eine schier unendliche Zahl adressierbarer RFID-Labels simulierte, die sich unmöglich alle nacheinander abfragen lassen. Somit wäre prinzipiell jede Spionagegefahr gebannt, wenn ein solcher RFID-Störesender im Bereich des Lesegeräts aktiv ist.

Allerdings gilt es nach dem gegenwärtigen Stand der RSA-Überlegungen zwei Einschränkungen zu beachten: Zum einen arbeiten amerikanische RFID-Etiketten typischerweise mit einem anderen Singulation Protocol als ihre europäischen Pendants, daher funktioniert der Ansatz bislang nur in amerikanischen Umgebungen. Zum anderen lässt sich der Blocker-Chip bei unkontrolliertem Einsatz, etwa in Händen eines Hackers, zu einer Totalblockade aller -- auch nützlicher -- RFID-Anwendungen missbrauchen. Immerhin üben die auto Störsender auf den RFID-Sensor so etwas ähnliches wie eine Denial-of-Service-Attacke aus, indem sie das Gerät zu endlosen Serien vergeblicher Chip-Ansprachen nötigen.

Deshalb schlagen die RSA-Entwickler ein Konzept vor, nach dem Blocker-Chips nur Labels bestimmter Nummernbereiche ausbooten, um etwa innerhalb eines Supermarkts nicht dessen RFID-Warenwirtschaft zu stören. Beim Bezahlen an der Kasse könnten die Labels dann in einem Bit umkodiert werden und dadurch in den Blockadebereich der Störsender fallen. Anschließend hätte es der Verbraucher selbst in der Hand, ob er seine vielleicht unbewusst herumgetragenen Radioetiketten durch das Dazupacken eines Blockadechips maskiert, oder ob er zuhause darauf verzichtet, um etwa selbst nützliche Produktinformationen aus den RFID-Daten abzuleiten.

Ein GPS-Störsender oder auch GPS-Jammer bezeichnet ein Gerät, mit dem die Signale des vom US Verteidigungsministerium betriebenen Global Positioning System (GPS) gestört bzw. komplett blockiert werden. Ein solcher Sender erschwert den einwandfreien Empfang von Funksignalen (zum Beispiel von Radiowellen, Fernsehen, Mobilfunk oder dem GPS Signal). Dazu werden elektromagnetische Wellen ausgesendet, welche die Signale und Wellen des gestörten Senders ganz oder teilweise überlagern und damit unbrauchbar machen. Ein Jammer kann dabei auf gleichen oder benachbarten Frequenzen arbeiten, wobei die Feldstärke des Störsenders und die Art der gestörten Wellen wichtig sind.

Das Stören von GPS Signalen bedarf nur einer sehr geringen drohnen jammer kaufen, um das GPS-Signal zeitweise oder vollständig zu blockieren. Denn die in mehr als 20.000 Kilometern über der Erdoberfläche kreisenden GPS Satelliten verfügen über eine relativ geringe Sendeleistung. Bereits ein kleiner GPS Jammer kann das Signal im Umkreis von ca. 10 Metern stören. Damit ist die GPS Ortung von Fahrzeugen mit einem GPS Tracker nicht mehr möglich. Eine Abwandlung des GPS Jamming ist das sogenannte GPS-Spoofing. Bei diesem wesentlich komplizierteren Verfahren sendet ein Störsender falsche GPS-Signale, simuliert also das Satellitensignal, um z. B. feindliche Fahrzeuge, Schiffe oder Flugzeuge auf den falschen Kurs zu leiten.

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